Niereninsuffizienz bei Katzen: Symptome erkennen, Ursachen verstehen und richtig behandeln. Ernährungstipps, Diagnose, Therapie & Alltagshilfe.
Wenn die Nieren schwächeln: So erkennst Du erste Anzeichen und hilfst Deiner Katze – von der Diagnose bis zu Alltagstipps.
Nierenerkrankungen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen älterer Katzen. Das Tückische: Eine Einschränkung bleibt oft lange unbemerkt. Die Nieren filtern Giftstoffe aus dem Blut, regulieren den Wasserhaushalt und sind somit für das Wohlbefinden Deines Pelztigers unheimlich wichtig! Wenn diese Funktion nachlässt, entwickelt sich eine Niereninsuffizienz. Aber wenn die Erkrankung früh genug erkannt wird, Du die Ernährung entsprechend anpasst und eine tierärztliche Begleitung erfolgt, kannst Du mit Deiner Samtpfoten trotzdem noch viele schöne Jahre erleben.
Welche Nierenerkrankungen gibt es bei Katzen?
Die Nieren können akut oder chronisch erkranken. Während ein akutes Nierenversagen plötzlich auftritt, ist es bei schneller Behandlung heilbar. Die chronische Form entwickelt sich dagegen schleichend über Jahre, ist nicht heilbar, aber lässt sich verlangsamen.
Die Nieren Deiner Katze können auf verschiedene Weise erkranken. Tierärzte unterscheiden dabei hauptsächlich zwischen akuten und chronischen Formen der Niereninsuffizienz. Beide beeinträchtigen die Nierenfunktion, verlaufen jedoch sehr unterschiedlich und erfordern verschiedene Behandlungsansätze. Die akute Form entsteht oft durch Vergiftungen oder Infektionen und kann sich bei rechtzeitiger Behandlung vollständig zurückbilden. Die chronische Niereninsuffizienz schreitet dagegen langsam fort, da das Nierengewebe unwiederbringlich geschädigt wird.

Akute Niereninsuffizienz bei Katzen
Eine akute Niereninsuffizienz tritt plötzlich auf und stellt einen medizinischen Notfall dar. Innerhalb kürzester Zeit verlieren die Nieren ihre Filterfunktion. Häufige Auslöser sind Vergiftungen durch Lilien, Frostschutzmittel oder bestimmte Medikamente. Auch Harnabflussstörungen durch Harnsteine können akutes Nierenversagen verursachen. Bei rechtzeitiger Behandlung können sich die Nieren in der Regel vollständig erholen. Entscheidend ist, bei Symptomen wie Erbrechen oder Apathie sofort zu handeln.
Chronische Niereninsuffizienz bei Katzen
Eine chronische Niereninsuffizienz entwickelt sich schleichend über Monate oder Jahre hinweg. Dabei wird das Nierengewebe allmählich zerstört, ohne dass es sich regenerieren kann. Etwa jede dritte Katze über zehn Jahren ist davon betroffen. Das Tückische an dieser Erkrankung ist, dass sie lange symptomfrei verläuft, da die Nieren über erhebliche Reserven verfügen. Erst wenn bereits 75 Prozent des Gewebes geschädigt sind, zeigen sich erste Anzeichen. Die Erkrankung ist zwar nicht heilbar, aber durch gezielte Maßnahmen lässt sie sich verlangsamen.
Weitere Nierenerkrankungen bei Katzen
Neben der Niereninsuffizienz können Katzen an weiteren Nierenerkrankungen leiden. Die polyzystische Nierenerkrankung ist erblich bedingt und betrifft vor allem Perserkatzen. Nierentumore treten dagegen besonders bei älteren Tieren auf. Auch Nierenentzündungen durch bakterielle Infektionen oder immunbedingte Erkrankungen sind möglich. Zudem können angeborene Nierenfehlbildungen die Nierenfunktion beeinträchtigen. All diese Erkrankungen können zu einer Niereninsuffizienz führen und erfordern eine genaue Diagnostik.

Symptome: Wie erkenne ich Nierenprobleme bei meiner Katze
Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Weitere Warnsignale sind Erbrechen, Mundgeruch, stumpfes Fell und zunehmende Schwäche. Je früher die Symptome erkannt werden, desto besser sind die Behandlungschancen.
Die Anzeichen einer Nierenerkrankung sind anfangs oft unauffällig und werden leicht mit Alterserscheinungen verwechselt. Gerade deshalb ist es wichtig, die typischen Symptome zu kennen und bei Verdacht frühzeitig einen Tierarzt aufzusuchen. Je eher eine Niereninsuffizienz erkannt wird, desto besser lässt sich ihr Fortschreiten verlangsamen. Das auffälligste Symptom ist gesteigerter Durst, verbunden mit häufigem Urinieren. Deine Katze trinkt deutlich mehr als gewöhnlich und Du musst die Katzentoilette öfter reinigen. Der Urin ist dabei meist sehr hell und kaum konzentriert.

ℹ: Typische Symptome:
• vermehrtes Trinken und häufigeres Urinieren
• stumpfes Fell und weniger Fellpflege
• Gewichtsverlust und Appetitminderung
• Müdigkeit und Rückzug
• Mundgeruch und gelegentlich Erbrechen
Typische Anzeichen für feline Nierenerkrankungen
Weitere Warnsignale sind Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust bei ausreichendem Futterangebot, Übelkeit und Erbrechen sowie Mundgeruch, der an Ammoniak erinnert. Die Maulschleimhaut kann entzündet sein oder kleine Geschwüre aufweisen. Das Fell wird stumpf und struppig und die Fellpflege nimmt ab. Dehydrierung erkennst Du an trockenen Schleimhäuten und einem verzögerten Hautrücksprung. In fortgeschrittenen Stadien wirkt die Katze zunehmend müde und apathisch und zieht sich zurück.

Verhaltensveränderungen bei Katzen mit Nierenproblemen
Nierenkranke Katzen zeigen oft Verhaltensänderungen. Deine Samtpfote bewegt sich weniger, springt seltener auf erhöhte Plätze und meidet früher geliebte Aktivitäten. Zudem vernachlässigen viele Katzen ihre Fellpflege, wodurch das Fell struppig wird. Auch das Sozialverhalten verändert sich: Gesellige Katzen ziehen sich zurück, während andere ungewöhnlich anhänglich werden. Auch das Verhalten auf der Katzentoilette kann sich verändern. Manche urinieren plötzlich außerhalb der Katzentoilette oder haben häufigeren Harndrang.
💡 Hinweis:
Senior-Katzen ab 7 Jahren sollten mindestens einmal jährlich zur Blutkontrolle – ab 10 Jahren gern halbjährlich.
Diagnose beim Tierarzt: So werden Nierenerkrankungen bei Katzen festgestellt
Die Diagnose erfolgt durch eine Blutuntersuchung (Bestimmung der Werte für Kreatinin, Harnstoff und SDMA), eine Urinanalyse und eine Ultraschalluntersuchung. Mithilfe dieser Kombination kann der Zustand der Nieren und das Erkrankungsstadium ermittelt werden. Durch regelmäßige Kontrollen kann die Behandlung entsprechend angepasst werden.
Eine zuverlässige Diagnose ist die Grundlage für die richtige Behandlung. Dein Tierarzt wird verschiedene Untersuchungen durchführen, um festzustellen, ob deine Katze an einer Nierenerkrankung leidet und wie weit diese bereits fortgeschritten ist. Die Kombination aus Blutuntersuchung, Urinanalyse und bildgebenden Verfahren liefert ein umfassendes Bild des Nierenzustands. Der Prozess beginnt mit einer gründlichen Anamnese, bei der Du zu Symptomen, Trinkverhalten und Urinabsatz befragt wirst. Diese Informationen helfen dabei, erste Verdachtsmomente zu bestätigen.
Wie wird eine Nierenerkrankung bei Katzen diagnostiziert?
Die körperliche Untersuchung liefert signifikante Hinweise. Im Rahmen der Untersuchung werden die Nieren des Tieres abgetastet, um deren Größe, Form und mögliche Schmerzreaktionen festzustellen. Der Ernährungszustand sowie der Hydratationsstatus werden anhand des Hautfaltentests und der Schleimhäute beurteilt. Die Messung des Blutdrucks ist ein elementarer Bestandteil der Basisuntersuchung. Im Rahmen bildgebender Verfahren, wie etwa der Ultraschalluntersuchung, können Veränderungen der Nierenstruktur evident werden. Zysten, Tumore oder Vernarbungen werden sichtbar. Die Auswertung der Röntgenaufnahmen ermöglicht die Diagnose von Lokalisation, Größe und Präsenz von Harnsteinen.

ℹ: Diagnose-Check:
• Blut: Kreatinin, Harnstoff, SDMA (früher Marker)
• Urin: USG (Konzentration) & Protein/Kreatinin-Quotient
• Blutdruckmessung wichtig bei älteren Katzen
• Ultraschall zur Beurteilung der Struktur
Blut- und Urinwerte bei feliner Niereninsuffizienz
Eine Blutuntersuchung zeigt, wie gut die Nieren arbeiten. Besonders wichtig sind die Werte von Kreatinin und Harnstoff, da sie meist erst ansteigen, wenn bereits ein Teil der Nierenfunktion verloren gegangen ist. Der SDMA-Wert kann Nierenprobleme häufig früher anzeigen als der Kreatinin Wert und eignet sich daher gut zur Früherkennung. Ein SDMA-Wert über ca. 14 µg/dl kann ein Hinweis auf eine beginnende Einschränkung sein. Dies ist jedoch abhängig vom Laborreferenzbereich und dem klinischen Gesamtbild.
Bei der Urinuntersuchung wird vor allem die Konzentrationsfähigkeit beurteilt (Urin-spezifisches Gewicht/USG). Bei Niereninsuffizienz wird der Urin zunehmend dünnflüssiger. Der Protein-Kreatinin-Quotient (UPC) zeigt an, ob die Katze Eiweiß verliert. Zusätzlich werden Phosphat, Elektrolyte, rote Blutkörperchen sowie der pH-Wert kontrolliert.

Stadien und Nierenversagen bei Katzen
Die Einteilung erfolgt in 4 Stadien anhand von Laborwerten und Symptomen.
• Stadium 1: unauffällige Werte möglich
• Stadium 2: erste milde Symptome möglich
• Stadium 3: Symptome deutlich sichtbar
• Stadium 4: stark eingeschränkte Lebensqualität
Die Behandlung wird je nach Stadium individuell angepasst.
Häufige Ursachen für Nierenprobleme bei Katzen
Zu den Hauptursachen zählen Alter, genetische Veranlagung bei bestimmten Rassen, Vergiftungen, Infektionen und Begleiterkrankungen. Bei chronischer Niereninsuffizienz bleibt die genaue Ursache häufig unklar, da das auslösende Ereignis meist viele Jahre zurückliegt.
Nierenerkrankungen bei Katzen können verschiedene Ursachen haben. Bei der chronischen Form bleibt die genaue Ursache oft unklar, da das auslösende Ereignis meist Jahre zurückliegt. Dennoch gibt es bestimmte Faktoren, die das Risiko erhöhen. Das Alter ist der bedeutendste Risikofaktor. Mit zunehmendem Alter nutzt sich das Nierengewebe ab. Ab einem Alter von zehn Jahren steigt die Wahrscheinlichkeit dafür deutlich an. Jede dritte Katze über zehn Jahren und jede zweite Katze über fünfzehn Jahren entwickelt eine chronische Nierenerkrankung. Seniorkatzen benötigen daher besondere Aufmerksamkeit.

Genetische und altersbedingte Veränderung der Katzennieren
Bestimmte Rassen sind genetisch anfälliger für Nierenerkrankungen. Dazu gehören Perserkatzen und ihre Verwandten, wie die Exotic Shorthair, die zur polyzystischen Nierenerkrankung neigen. Auch Maine Coons, Abessinier, Russisch Blau, Siamkatzen und Burmesen haben ein erhöhtes Risiko. Bei diesen Rassen sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen daher besonders wichtig. Angeborene Nierenfehlbildungen können bereits junge Katzen betreffen, bleiben aber oft lange unbemerkt, da gesunde Nierenanteile die Arbeit kompensieren.
💡 Merke:
Alter, genetische Faktoren (v. a. Perser und Rassen mit PKD-Risiko), Infektionen, Vergiftungen und Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenüberfunktion erhöhen das Risiko.
Infektionen, Medikamente & andere Risikofaktoren
Vergiftungen sind eine häufige Ursache für akute Niereninsuffizienz. Besonders Lilien sind hochgiftig. Bereits Pollen, Pflanzenwasser oder der geringste Kontakt über das Fell können lebensgefährlich sein. Auch Osterglocken und Frostschutzmittel sind stark toxisch. Infektionen, wie beispielsweise bakterielle Harnwegsinfekte, können eine Nierenbeckenentzündung auslösen.
Weitere Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Diabetes, eine Schilddrüsenüberfunktion, Tumorerkrankungen oder eine langanhaltende Dehydrierung. Viele Humanmedikamente, insbesondere NSAIDs (wie Ibuprofen oder Diclofenac), sind für Katzen gefährlich und können die Nieren schädigen. Daher sollten Medikamente nur nach tierärztlicher Rücksprache verabreicht werden.

⚠ Lilien sind für Katzen lebensgefährlich – bereits Pollen, Pflanzenwasser oder Fellkontakt genügen!
Auch Frostschutzmittel und viele Humanmedikamente (NSAIDs wie Ibuprofen) sind hochtoxisch.
Behandlungsmöglichkeiten von Nierenproblemen bei Katzen?
Eine Niereninsuffizienz ist zwar nicht heilbar, aber behandelbar. Die Therapie kombiniert eine spezielle Nierendiät, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Medikamente gegen Begleitsymptome und regelmäßige tierärztliche Kontrollen. So lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und die Lebensqualität des Tieres erhalten.
Eine Niereninsuffizienz ist bei Katzen nicht heilbar, da sich zerstörtes Nierengewebe nicht regenerieren kann. Dennoch gibt es wirksame Behandlungsansätze, die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen, Symptome lindern und die Lebensqualität der Tiere verbessern. Die Therapie setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen, die individuell auf den Gesundheitszustand Deiner Samtpfote abgestimmt werden. Die Flüssigkeitsversorgung bildet das Fundament jeder Nierentherapie. Nierenkranke Katzen müssen ausreichend trinken, damit die Nieren gut durchspült werden und sich keine Giftstoffe ansammeln.
💡 Merke:
CKD (= Chronic Kidney Disease – chronische Niereninsuffizienz) ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Mit Ernährung, Therapie und regelmäßigen Kontrollen lässt sich die Erkrankung oft lange stabil halten.
Welche Behandlungsmöglichkeiten helfen bei Niereninsuffizienz?
Stelle mehrere Wassernäpfe auf und wechsle das Wasser regelmäßig. Trinkbrunnen animieren viele Katzen zum Trinken. Bei stärkerer Dehydrierung kann eine Infusionstherapie notwendig werden. Dein Tierarzt zeigt dir möglicherweise, wie du subkutane Infusionen gibst. Dabei wird Flüssigkeit unter die Haut gespritzt, die dann langsam aufgenommen wird. Diese Behandlung unterstützt die Nierenfunktion und verbessert in der Regel das Wohlbefinden. Unverzichtbar sind außerdem regelmäßige tierärztliche Kontrollen alle zwei bis vier Monate.

ℹ: Was hilft?
• Flüssigkeitszufuhr erhöhen (Nassfutter, Wasserstellen)
• Nierendiät/angepasste Ernährung
• Infusionen bei Bedarf
• Medikamente je nach Symptomlage (Antiemetika, Blutdrucksenker etc.)
• regelmäßige Kontrollen
Was dürfen Katzen mit Nierenproblemen fressen?
Die Ernährungsweise nimmt eine zentrale Stellung ein. Eine Diät, die auf die Nieren ausgerichtet ist, beinhaltet eine reduzierte Menge an hochwertigem Eiweiß und insbesondere eine signifikant verringerte Phosphatzufuhr, mit dem Ziel, eine Entlastung der Nieren zu bewirken. Nassfutter wird als vorteilhafter gegenüber Trockenfutter erachtet, da es Flüssigkeit liefert und eine Nierenreinigung bewirkt.
Eine Reduktion des Trockenfutters ist empfehlenswert, wobei in Einzelfällen eine zusätzliche Flüssigkeitszufuhr (z. B. durch Brühe oder Wasserzugabe) zur Bindung des Trockenfutters erwünscht sein kann. Nassfutter ist in diesem Zusammenhang als die bessere Wahl zu betrachten. Die Umstellung sollte in einem Zeitraum von ein bis zwei Wochen durchgeführt werden.

💡 Fütterung bei CKD:
• Nierendiät mit weniger Phosphat und Eiweiß
• Nassfutter bevorzugen
• langsame Umstellung 1–2 Wochen
• Flüssigkeit erhöhen (Wasser/ungewürzte Brühe)
Ist spezielles Nierenfutter für Katzen sinnvoll?
Spezielles Nierenfutter ist sehr sinnvoll und wird von Tierärzten dringend empfohlen. Studien zeigen, dass eine konsequente Nierendiät die Lebenserwartung von Katzen mit Nierenerkrankungen deutlich verlängern kann. Nierendiäten enthalten neben reduziertem Protein und Phosphat auch erhöhte Mengen an B-Vitaminen und Omega-3-Fettsäuren. Allerdings hat die beste Nierendiät keinen Nutzen, wenn Deine Katze sie nicht frisst. Probiere deshalb verschiedene Marken und Geschmacksrichtungen aus. Besprich die Fütterung immer mit deinem Tierarzt.

💡 Die Nierendiät ist einer der wichtigsten Bausteine:
• weniger Phosphat und Protein, aber hochwertig
• Nassfutter klar bevorzugt
• Trockenfutter nur eingeschränkt und mit Flüssigkeit
Umstellung langsam über 1–2 Wochen. Mehrere Marken testen – Akzeptanz ist entscheidend.
Welche Medikamente helfen nierenkranken Katzen?
Es gibt zwar keine heilenden Medikamente, aber die Begleiterscheinungen lassen sich wirksam behandeln. So werden beispielsweise Phosphatbinder eingesetzt, wenn der Phosphatspiegel trotz Nierendiät zu hoch bleibt. Bei Bluthochdruck werden ACE-Hemmer eingesetzt. Gegen Übelkeit und Erbrechen helfen Antiemetika. Mirtazapin wirkt gegen Übelkeit und appetitanregend. Bei Anämie kann Erythropoietin die Bildung roter Blutkörperchen anregen. Kaliumpräparate werden bei einem zu niedrigen Kaliumspiegel verabreicht. Die Medikation wird von deinem Tierarzt individuell abgestimmt.
ℹ: Behandlung in Kürze:
• Infusionen, Phosphatbinder, Blutdruckmedikation
• Antiemetika bei Übelkeit
• Medikamente nur nach tierärztlicher Anweisung
Nierenerkrankung bei Katzen: Zusammenfassung und Tipps zur Vorbeugung
Eine Niereninsuffizienz ist zwar behandelbar, aber nicht heilbar. Durch Früherkennung, eine konsequente Nierendiät, Medikamente und regelmäßige Kontrollen lässt sich die Lebenserwartung deutlich verlängern. Du kannst ihr vorbeugen, indem du dich hochwertig ernährst, ausreichend Flüssigkeit zu dir nimmst, Giftstoffe vermeidest und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchführst.
Niereninsuffizienz ist eine ernsthafte, aber behandelbare Erkrankung. Je früher sie erkannt wird, desto besser sind die Aussichten für deine Katze. Mit der richtigen Behandlung, einer konsequenten Nierendiät und regelmäßigen Kontrollen können viele Katzen noch Jahre mit guter Lebensqualität verbringen. Eine Nierenerkrankung vorzubeugen ist jedoch schwierig, da die Ursachen oft unklar bleiben. Dennoch kannst Du einiges tun, um das Risiko zu senken: Achte auf eine ausgewogene, hochwertige Ernährung mit ausreichend Feuchtigkeit. Nassfutter ist besser als Trockenfutter.
💡 Alltag erleichtern:
• mehrere Wasserstellen/Brunnen
• bequeme warme Rückzugsorte
• leicht erreichbare Toiletten
• Stressreduktion und liebevolle Begleitung
🎯 Checkliste:
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ab dem siebten Lebensjahr mit Blutkontrollen
- Früherkennung durch Beobachtung von Trinkverhalten, Urinabsatz und Appetit
- Konsequente Fütterung einer speziellen Nierendiät bei diagnostizierter Erkrankung
- Sicherstellung ausreichender Flüssigkeitsaufnahme durch mehrere Wasserstellen
- Regelmäßige tierärztliche Kontrollen mit Anpassung der Behandlung
- Konsequente Gabe verordneter Medikamente gegen Begleiterscheinungen
- Vermeidung nierenschädigender Substanzen wie Lilien und Frostschutzmittel
- Hochwertige Ernährung mit viel Feuchtigkeit bevorzugen
- Gewicht im gesunden Bereich halten
- Bei Rassekatzen mit Veranlagung engmaschige Kontrollen durchführen
Wichtiger Hinweis
Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken. Sie ersetzen in keinem Fall die Beratung, Diagnose oder Behandlung durch einen zugelassenen Tierarzt. Bei Verdacht auf eine Nierenerkrankung oder andere gesundheitliche Probleme Deiner Katze solltest du immer zeitnah einen Tierarzt konsultieren. Nierenerkrankungen sind ernst zu nehmende Erkrankungen, die eine fachkundige veterinärmedizinische Betreuung erfordern. Die hier beschriebenen Symptome, Behandlungen und Empfehlungen basieren auf allgemeinen veterinärmedizinischen Erkenntnissen und können die individuellen Umstände Deiner Katze nicht berücksichtigen. Jede Katze ist einzigartig und benötigt eine auf ihre spezifische Situation abgestimmte Behandlung.
Autorenbox
Dieser Artikel wurde vom Cat’s Best Redaktions-Team mit Herzblut für Katzen und fundiertem Wissen rund um Tiergesundheit erstellt. Wir legen größten Wert auf Qualität, Natürlichkeit und das Wohlbefinden Deiner Samtpfote. Alle Informationen basieren auf aktuellen veterinärmedizinischen Erkenntnissen und wurden sorgfältig recherchiert.
Quellenverzeichnis
Dieser Artikel basiert auf aktuellen veterinärmedizinischen Erkenntnissen und wurde unter Berücksichtigung folgender wissenschaftlicher und fachlicher Quellen erstellt:
DocCheck Flexikon (2024):
Chronische Niereninsuffizienz (Katze).
https://flexikon.doccheck.com/de/Chronische_Niereninsuffizienz_(Katze)
[Zugriff am 05.12.2025]
Dr. Hölter Tierärzteteam (2024):
Chronische Niereninsuffizienz bei Katzen.
https://www.drhoelter.de/tierarzt/tierkrankheiten/chronische-niereninsuffizienz.html
[Zugriff am 05.12.2025]
International Renal Interest Society – IRIS (2023):
IRIS Staging System for Chronic Kidney Disease.
https://www.iris-kidney.com/iris-staging-system
[Zugriff am 05.12.2025]
IDEXX Laboratories (2024):
SDMA and IRIS CKD Staging Guidelines.
https://www.idexx.com/en/veterinary/reference-laboratories/sdma/sdma-iris/
[Zugriff am 05.12.2025]
Alle Quellen wurden im Dezember 2025 auf Aktualität überprüft. Die Informationen entsprechen dem aktuellen Stand der Veterinärmedizin zum Zeitpunkt der Artikelerstellung.
Häufig gestellte Fragen zu Nierenerkrankung bei Katzen
Typische Anzeichen sind vermehrter Durst und häufigeres Urinieren, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Erbrechen, Mundgeruch, struppiges Fell und allgemeine Schwäche. In fortgeschrittenen Stadien kommen Dehydrierung, Apathie und Maulgeschwüre hinzu. Je früher die Symptome erkannt werden, desto besser sind die Behandlungschancen.
Akutes Nierenversagen tritt plötzlich auf und kann bei rechtzeitiger Behandlung vollständig ausheilen. Die chronische Niereninsuffizienz entwickelt sich dagegen schleichend über Jahre, ist nicht heilbar, lässt sich aber durch eine entsprechende Behandlung verlangsamen. Die akute Form ist ein Notfall, die chronische Form erfordert eine langfristige Therapie.
Zu den wichtigen Nierenwerten zählen Kreatinin, Harnstoff, SDMA und Phosphat. Bei Niereninsuffizienz sind diese Werte erhöht. Zusätzlich werden Elektrolyte wie Kalium, die Anzahl der roten Blutkörperchen und der pH-Wert kontrolliert. Der SDMA-Wert zeigt Nierenprobleme oft früher an als der Kreatinin Wert und ermöglicht somit eine frühere Behandlung.
Die Lebenserwartung hängt stark vom Stadium der Erkrankung und der Art der Behandlung ab. In frühen Stadien können Katzen mit konsequenter Therapie noch mehrere Jahre leben. In Stadium 2 beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung etwa drei Jahre. Im Endstadium 4 ohne Behandlung beträgt sie nur etwa 35 Tage. Früherkennung ist entscheidend.
Bei früher Diagnose, Nierendiät und Therapie können viele Katzen mehrere Jahre gut leben. In fortgeschrittenen Stadien verringert sich die Lebenserwartung jedoch deutlich. Ohne Behandlung bleiben im Endstadium oft nur Wochen bis wenige Monate. Eine genaue Prognose ist nur im persönlichen Gespräch mit dem Tierarzt möglich.
Nierenkranke Katzen sollten spezielles Nierenfutter mit reduziertem Protein- und Phosphatgehalt erhalten. Nassfutter ist dabei besser als Trockenfutter. Normales Katzenfutter, Trockenfutter und proteinreiche Leckerlis sollten hingegen gemieden werden. Die Futterumstellung sollte schrittweise innerhalb von ein bis zwei Wochen erfolgen.
Ja, spezielles Nierenfutter ist sehr sinnvoll. Studien zeigen, dass sich die Lebenserwartung nierenkranker Katzen dadurch deutlich erhöhen kann. Es enthält weniger Protein und Phosphat, dafür aber mehr B-Vitamine und Omega-3-Fettsäuren, welche die Nierenfunktion unterstützen. Die Futterumstellung sollte jedoch schrittweise erfolgen.
Stelle mehrere Wassernäpfe auf, biete Nassfutter an, sorge für warme Liegeplätze, reduziere Stress, verabreiche Medikamente konsequent und besuche regelmäßig den Tierarzt. Achte außerdem auf leicht erreichbare Katzentoiletten und eine ruhige Umgebung. Zeige Deiner Katze während der Behandlung viel Liebe und Geduld.
Eine chronische Niereninsuffizienz ist nicht heilbar, da sich zerstörtes Nierengewebe nicht regeneriert. Akutes Nierenversagen kann hingegen bei rechtzeitiger Behandlung ausheilen. Die chronische Form lässt sich durch eine entsprechende Behandlung zwar nicht heilen, aber zumindest verlangsamen. Dadurch können die Symptome gelindert werden, sodass eine gute Lebensqualität möglich bleibt.
Eine vollständige Vorbeugung ist nicht möglich, aber du kannst das Risiko senken, indem du hochwertiges Nassfutter fütterst, ausreichend Wasser bereitstellst, giftige Pflanzen und Substanzen vermeidest, das Gewicht im gesunden Bereich hältst und ab sieben Jahren regelmäßig Blutkontrollen durchführen lässt.
Nierenkranke Katzen sind oft müde, schlafen mehr und ziehen sich zurück. Sie bewegen sich weniger und vernachlässigen die Fellpflege. Außerdem trinken sie auffällig viel, urinieren häufiger und zeigen möglicherweise Appetitveränderungen. Manche Katzen werden anhänglicher, andere meiden den Kontakt. Dieses Verhalten ändert sich schleichend im Verlauf der Erkrankung.
Hausmittel können eine tierärztliche Behandlung nicht ersetzen, aber sie können diese unterstützen. Biete Deiner Katze zum Beispiel viel frisches Wasser an, stelle mehrere Wasserschalen oder einen Trinkbrunnen auf, bevorzuge Nassfutter und reduziere Stress. Ungesalzene Fleisch- oder Fischbrühe (ohne Zwiebel- oder Knoblauchbestandteile!) kann Katzen zum Trinken animieren. Auch warme, gut erreichbare Liegeplätze und leicht zugängliche Katzentoiletten erleichtern Deiner Samtpfote den Alltag.