Bindehautentzündung bei Katzen erkennen und behandeln: Ursachen, Symptome, Hausmittel und wann Du zum Tierarzt musst. Jetzt informieren!
Deine Katze blinzelt häufiger als sonst, die Augen tränen oder sind verklebt – und Du fragst Dich besorgt, was dahintersteckt? Eine Bindehautentzündung ist bei Katzen keine Seltenheit und zählt zu den häufigsten Augenerkrankungen. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Behandlung heilt sie meist vollständig aus. Die weniger gute: Unbehandelt kann sie das Katzenauge dauerhaft schädigen. Viele Katzenhalter sind unsicher, ob Hausmittel helfen oder wann der Tierarztbesuch nötig ist.
In diesem Artikel erfährst Du, woran Du eine Bindehautentzündung erkennst, welche Ursachen dahinterstecken und wie die Behandlung aussieht. Du lernst, die Symptome einzuschätzen und Deine Katze optimal zu unterstützen – mit dem richtigen Wissen kannst Du Deiner Samtpfote schnell helfen.
Was ist eine Bindehautentzündung bei Katzen?
Kurz erklärt: Bei einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ist die Schleimhaut entzündet, die das Katzenauge von innen schützt. Sie gehört zu den häufigsten Augenerkrankungen bei Katzen und zeigt sich durch gerötete, geschwollene Augen mit vermehrtem Ausfluss.
Eine Bindehautentzündung – medizinisch Konjunktivitis – ist eine Entzündung der dünnen Schleimhaut, die das Auge von innen auskleidet. Diese Schleimhaut erfüllt wichtige Schutzfunktionen: Sie hält das Auge feucht und wehrt Krankheitserreger ab. Ist sie entzündet, kann sie diese Aufgaben nicht mehr richtig erfüllen. Die Entzündung kann akut auftreten oder einen chronischen Verlauf nehmen.

Was versteht man unter einer Konjunktivitis bei Katzen?
Der medizinische Fachbegriff Konjunktivitis beschreibt genau diese Entzündung. Die Bindehaut produziert Tränenflüssigkeit und hält das Auge feucht. Schwillt sie an, kann sie diese Schutzfunktion nicht mehr erfüllen.
Typische Anzeichen sind gerötete, geschwollene Augen und vermehrter Tränenfluss. Deine Katze kneift möglicherweise das betroffene Auge häufiger zu oder reagiert empfindlich auf Licht. Je nach Ursache kann die Entzündung ein oder beide Augen betreffen – manchmal beginnt sie einseitig und greift später auf das zweite Auge über.
Wie entsteht eine Augeninfektion bei Katzen?
Eine infektiöse Bindehautentzündung entsteht, wenn Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Pilze ins Auge gelangen. Doch auch nicht-infektiöse Ursachen gibt es: Allergien, Fremdkörper oder Verletzungen können die empfindliche Bindehaut reizen.
Das Immunsystem reagiert auf diese Störungen mit einer Entzündung. Die Blutgefäße erweitern sich, die Bindehaut schwillt an und produziert vermehrt Sekret. Katzenaugen sind besonders empfindlich – deshalb ist schnelles Handeln wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden.
Woran erkenne ich eine Augenentzündung bei Katzen?
Zusammenfassung: Typische Anzeichen einer Augenentzündung sind gerötete und geschwollene Bindehäute sowie vermehrter Tränenfluss oder eitriger Ausfluss. Deine Katze zeigt Verhaltensänderungen wie häufiges Blinzeln, Zukneifen der Augen oder Reiben mit der Pfote.
Deutliche Veränderungen im Augenbereich verraten Dir eine Augenentzündung. Die Bindehäute erscheinen gerötet und geschwollen, oft tritt vermehrter Tränenfluss oder eitriger Ausfluss auf. Auch das Verhalten Deiner Katze ändert sich: Sie blinzelt häufiger, kneift die Augen zu oder reibt mit der Pfote am betroffenen Auge.

⚠️ Typische Symptome einer Bindehautentzündung auf einen Blick
- Gerötete, geschwollene Bindehaut
- Vermehrter Tränenfluss oder wässriger Ausfluss
- Eitriges, gelblich-grünes Sekret
- Verklebte Augenlider (besonders morgens)
- Zukneifen oder häufiges Blinzeln
- Lichtempfindlichkeit
- Reiben am Auge mit der Pfote
Was sind typische Merkmale für eine Bindehautentzündung bei Katzen?
Als aufmerksamer Katzenhalter kannst Du die Anzeichen gut erkennen. Die Bindehaut erscheint stark gerötet und geschwollen, manchmal regelrecht aufgequollen. Das dritte Augenlid – die sogenannte Nickhaut – kann hervortreten und einen Teil des Augapfels bedecken.
Deine Katze blinzelt deutlich häufiger als sonst und zeigt möglicherweise Schmerzreaktionen, wenn Du ihr vorsichtig ins Gesicht fasst. Durch ständiges Reiben wird die Augenumgebung gerötet oder sogar wund. Normalerweise sind Katzentränen klar – bei einer Entzündung verändert sich die Konsistenz deutlich.
Was bedeuten eitrige Augen bei Katzen?
Eitrige Augen sind ein klares Warnsignal für eine bakterielle Infektion, die tierärztlich behandelt werden muss. Der Ausfluss ist dann nicht mehr klar oder leicht milchig, sondern dickflüssig und gelblich bis grünlich verfärbt. Morgens nach dem Schlafen sind die Augenlider oft so stark verklebt, dass Deine Katze sie kaum öffnen kann.
Dieser eitrige Ausfluss entsteht, wenn sich Bakterien in der entzündeten Bindehaut vermehren. Besonders bei Katzenschnupfen tritt er häufig auf. Bei Infektionen verkehrt sich die Funktion der Tränenflüssigkeit ins Gegenteil: Statt das Auge zu schützen, reizt das veränderte Sekret es zusätzlich.

💡 Erkennst Du diese Anzeichen bei Deiner Katze? Dann lies weiter, wie Du jetzt handelst.
Wie bekommt eine Katze eine Bindehautentzündung?
Kurz erklärt: Eine Katze kann eine Bindehautentzündung durch infektiöse Auslöser (Viren oder Bakterien) oder nicht-infektiöse Ursachen (Allergien, Fremdkörper oder anatomische Besonderheiten) bekommen. Die genaue Ursache ist entscheidend für die richtige Behandlung.
Die Auslöser einer Bindehautentzündung sind vielfältig. Am häufigsten stecken Infektionen durch Viren oder Bakterien dahinter, doch auch Allergien, Fremdkörper oder anatomische Besonderheiten können die Entzündung verursachen. Nur wer die Ursache kennt, kann richtig behandeln.
Infektiöse Ursachen von einer Augeninfektion bei Katzen
Infektiöse Augeninfektionen werden durch Krankheitserreger verursacht, die sich auf der Bindehaut ansiedeln und vermehren. Die häufigsten viralen Auslöser sind das Feline Herpesvirus (FHV-1) und das Feline Calicivirus – beide gehören zum Katzenschnupfen-Komplex. Diese Viren übertragen sich durch direkten Kontakt zwischen Katzen oder per Tröpfcheninfektion.
Bakterielle Infektionen entstehen häufig durch Chlamydien oder Mykoplasmen. Seltener sind Parasiten wie Augenwürmer (Thelazia) die Ursache. Pilzinfektionen treten vor allem bei immungeschwächten Katzen auf.

Nicht-infektiöse Ursachen von einer Augeninfektion bei Katzen
Eine Augenentzündung kann auch nicht-infektiöse Ursachen haben – mechanischer, allergischer oder anatomischer Natur. Fremdkörper wie Staubpartikel, Pflanzensamen oder kleine Insekten reizen die Bindehaut und lösen eine Entzündung aus.
Allergien gegen Pollen, Hausstaub oder Futtermittel führen zu juckenden, tränenden Augen. Zugluft oder Rauch reizen die empfindliche Bindehaut zusätzlich. Anatomische Besonderheiten wie nach innen wachsende Wimpern (Trichiasis) oder verengte Tränenkanäle können chronische Reizungen verursachen. Auch Verletzungen durch Rangeleien mit Artgenossen ziehen manchmal eine Bindehautentzündung nach sich.

ℹ: Nicht-infektiöse Risikofaktoren
- Fremdkörper im Auge (Pflanzenteile, Staub, Insekten)
- Allergien gegen Pollen, Hausstaub oder Futter
- Zugluft oder Zigarettenrauch
- Nach innen wachsende Wimpern
- Verengte oder verstopfte Tränenkanäle
- Verletzungen durch Kämpfe oder Unfälle
- Trockene Raumluft (besonders im Winter)
💡 Jetzt weißt Du, woher eine Bindehautentzündung kommt – aber wie behandelt man sie?
Wie behandelt man eine Bindehautentzündung bei Katzen?
Zusammenfassung: Die Behandlung erfolgt je nach Ursache mit Augentropfen, Augensalben oder systemischen Medikamenten. Bakterielle Infektionen benötigen Antibiotika, virale Ursachen erfordern eine unterstützende Therapie. Eine frühzeitige und konsequente Behandlung ist entscheidend.
Die Behandlung richtet sich nach dem Auslöser der Entzündung. Bei bakteriellen Infektionen kommen antibiotische Augentropfen zum Einsatz, bei viralen Ursachen steht die Unterstützung des Immunsystems im Vordergrund. Frühzeitiges und konsequentes Handeln ist der Schlüssel zum Heilungserfolg.

Kann ich eine Augeninfektion bei Katzen selbst behandeln?
Bei einer leichten Augenreizung mit klarem Ausfluss kannst Du zunächst 24 Stunden beobachten, ob die Symptome sich bessern. Unterstützend reinigst Du vorsichtig die Augenumgebung – dies ersetzt jedoch keine tierärztliche Diagnose.
Wische vorsichtig mit einem fusselfreien, mit lauwarmem Wasser angefeuchteten Tuch vom äußeren Augenwinkel zur Nase. Verwende für jedes Auge ein frisches Tuch, um Übertragungen zu vermeiden. Von Hausmitteln wie Kamillentee solltest Du absehen – die ätherischen Öle können zusätzliche Reizungen verursachen.
Bei eitrigem Ausfluss, starker Rötung oder Verschlechterung nach 24 Stunden ist ein Tierarztbesuch zwingend notwendig. Selbstbehandlung ersetzt niemals die professionelle Diagnose und Therapie.
Wann sollte ich mit meiner Katze zum Tierarzt?
Du solltest mit Deiner Katze zum Tierarzt, wenn die Augenentzündung länger als einen Tag anhält oder sich verschlimmert. Eitriger, gelblich-grüner Ausfluss erfordert immer tierärztliche Behandlung, da er auf eine bakterielle Infektion hinweist.
Ebenso bei zugekniffenen Augen, starker Lichtempfindlichkeit oder sichtbarem dritten Augenlid. Auch bei beidseitiger Augenentzündung, zusätzlichen Symptomen wie Niesen oder Appetitlosigkeit sowie bei Kitten und immungeschwächten Katzen solltest Du nicht zögern. Der Tierarzt kann die genaue Ursache feststellen und die passende Behandlung einleiten.

⚠️ Wann zum Tierarzt mit einer Augenentzündung?
- Eitriger, gelblich-grüner Ausfluss aus dem Auge
- Augenentzündung besteht länger als 24 Stunden
- Katze kneift das Auge vollständig zu
- Starke Rötung und Schwellung der Bindehaut
- Sichtbares drittes Augenlid
- Beide Augen sind betroffen
- Zusätzliche Symptome wie Niesen, Nasenausfluss oder Fieber
- Kitten oder immungeschwächte Katzen
- Keine Besserung nach 2-3 Tagen Behandlung
Wie gebe ich meiner Katze Augentropfen richtig?
Am besten verabreichst Du Deiner Katze die Augentropfen zu zweit: Eine Person hält die Katze sanft fest, die andere verabreicht die Tropfen. Reinige zunächst vorsichtig die Augenumgebung von Verkrustungen.
Neige den Kopf Deiner Katze behutsam leicht nach oben. Halte die Augentropfenflasche mit einer Hand und ziehe mit der anderen das untere Augenlid vorsichtig nach unten. Tropfe das Medikament in den entstandenen Bindehautsack, ohne das Auge mit der Flasche zu berühren. Lass Deine Katze danach blinzeln, damit sich die Tropfen verteilen. Belohne sie anschließend mit einem Leckerli.
Bei Augensalbe ziehst Du ebenfalls das untere Lid nach unten und trägst einen kleinen Strang Salbe in den Bindehautsack auf.
ℹ: Augentropfen Schritt für Schritt
1. Hände gründlich waschen und Medikament bereitlegen.
2. Katze ruhig sichern, ohne sie zu fest zu fixieren.
3. Unterlid vorsichtig nach unten ziehen, kleinen Spalt bilden.
4. Verordnete Tropfen, ohne das Auge zu berühren, einträufeln.
5. Katze blinzeln lassen und Flaschenspitze sauber halten.

Cocos 🐈 erfolgreiche Behandlung
Die dreijährige Hauskatze Coco zeigte eines Morgens ein gerötetes, tränendes rechtes Auge.
Ihre Halterin bemerkte zunächst nur vermehrten klaren Ausfluss. Als das Auge am nächsten Tag verklebt war und eitriges Sekret austrat, suchte sie umgehend einen Tierarzt auf.
Die Untersuchung ergab eine bakterielle Bindehautentzündung durch Chlamydien.
Coco erhielt antibiotische Augentropfen, die dreimal täglich über zehn Tage angewendet wurden. Bereits nach drei Tagen war die Schwellung deutlich zurückgegangen, nach einer Woche zeigte Cocos Auge keine Symptome mehr. Die Behandlung wurde dennoch vollständig durchgeführt, um Rückfälle zu vermeiden.
Cocos Halterin reinigte täglich vorsichtig die Augenumgebung und achtet seitdem auf frühe Warnzeichen.
Wie lange dauert eine Augeninfektion bei Katzen?
Zusammenfassung: Die Dauer einer Augeninfektion kann zwischen wenigen Tagen und mehreren Wochen liegen. Bakterielle Bindehautentzündungen heilen mit Behandlung innerhalb von sieben bis zehn Tagen, virale Infektionen benötigen zwei bis drei Wochen und chronische Verläufe können mehrere Monate dauern.
Wie lange eine Augeninfektion dauert, hängt von Ursache und Schweregrad ab. Leichte bakterielle Bindehautentzündungen heilen mit konsequenter Behandlung oft innerhalb von sieben bis zehn Tagen vollständig ab. Virale Infektionen benötigen meist zwei bis drei Wochen, chronische Verläufe können sich über Monate hinziehen.

Wie lange dauert die vollständige Abheilung einer Bindehautentzündung?
Die vollständige Abheilung hängt stark von der Ursache ab. Eine bakterielle Konjunktivitis verbessert sich unter antibiotischer Behandlung meist innerhalb von sieben bis zehn Tagen deutlich – oft zeigen sich bereits nach zwei bis drei Tagen erste Erfolge.
Virale Bindehautentzündungen durch Herpes- oder Caliciviren brauchen meist zwei bis drei Wochen bis zur vollständigen Heilung. Allergisch bedingte Augenentzündungen heilen nach Entfernung des Allergens innerhalb weniger Tage aus.
Wichtig: Führe die verordnete Behandlung bis zum Ende durch, auch wenn die Symptome bereits verschwunden scheinen. Andernfalls drohen Rückfälle oder Resistenzentwicklungen bei bakteriellen Infektionen.
Was tun, wenn die Augenentzündung nicht weggeht?
Zeigt die Augenentzündung trotz Behandlung nach fünf bis sieben Tagen keine deutliche Besserung, solltest Du erneut zum Tierarzt. Möglicherweise wurde die Ursache nicht richtig identifiziert oder das Medikament wirkt nicht.
Der Tierarzt kann dann weitere Untersuchungen durchführen – beispielsweise einen Abstrich zur Erregerbestimmung oder Tests auf Begleiterkrankungen. Bei chronischen oder wiederkehrenden Bindehautentzündungen sollte nach zugrundeliegenden Problemen wie Herpesvirus-Infektionen, anatomischen Fehlstellungen oder Immunschwächen gesucht werden.
Manchmal ist auch eine Überweisung zu einem Augenspezialisten (Veterinärophthalmologe) sinnvoll, um Schäden an tieferen Augenstrukturen auszuschließen.

Fazit: Bindehautentzündung bei Katzen
Kurz erklärt: Bei einer Bindehautentzündung ist schnelles Handeln erforderlich. Mit tierärztlicher Behandlung heilen die meisten Fälle innerhalb von ein bis drei Wochen vollständig aus. Eine frühe Diagnose und konsequente Therapie sind entscheidend für den Erfolg.
Eine Bindehautentzündung ist eine häufige, aber ernst zu nehmende Erkrankung bei Katzen, die schnelles Handeln erfordert. Du erkennst sie an geröteten, tränenden oder eitrigen Augen, die Deine Katze sichtlich belasten. Die Ursachen reichen von Virusinfektionen und bakteriellen Erregern bis hin zu Allergien oder Fremdkörpern – deshalb ist eine genaue tierärztliche Diagnose unerlässlich.
Mit der richtigen Behandlung heilen die meisten Bindehautentzündungen innerhalb von ein bis drei Wochen vollständig ab. Antibiotische Augentropfen helfen bei bakteriellen Infektionen, virale Ursachen benötigen eine unterstützende Therapie. Von Hausmitteln wie Kamillentee solltest Du absehen – sie können die empfindlichen Augen zusätzlich reizen.
Je früher Du handelst, desto besser sind die Heilungschancen und desto geringer das Risiko für bleibende Schäden. Bei eitrigem Ausfluss, starken Schwellungen oder wenn die Symptome nach einem Tag nicht besser werden, gehe bitte umgehend zum Tierarzt. Deine aufmerksame Beobachtung und konsequente Behandlung sind entscheidend, damit Deine Katze bald wieder mit klaren, gesunden Augen durch ihr Revier streifen kann.
Disclaimer
Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keinen Besuch beim Tierarzt. Bei Verdacht auf eine Bindehautentzündung oder andere gesundheitliche Probleme Deiner Katze solltest Du immer einen Tierarzt konsultieren. Denn nur eine professionelle Untersuchung kann eine Bindehautentzündung sicher diagnostizieren. Die Behandlung erfordert tierärztliche Expertise und darf niemals in Eigenregie erfolgen. Medikamente dürfen nur nach Anweisung des Tierarztes verabreicht werden. Dieser Artikel wurde nach bestem Wissen und auf Basis wissenschaftlicher Quellen erstellt, kann jedoch keine individuelle tierärztliche Beratung ersetzen. Im Notfall oder bei akuten Beschwerden wende Dich umgehend an einen Tierarzt oder eine Tierklinik.
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Dieser Artikel wurde von der Fachredaktion von Cat’s Best verfasst. Unser Team arbeitet kontinuierlich daran, Dir fundierte, aktuelle und leicht verständliche Informationen zur Gesundheit deiner Katze zur Verfügung zu stellen. Alle Inhalte basieren auf wissenschaftlichen Quellen und werden sorgfältig recherchiert. Wir legen Wert auf Verantwortung, Transparenz und das Wohl deiner Katze.
Quellenverzeichnis
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Häufig gestellte Fragen zu Bindehautentzündung bei Katzen
Die meisten Bindehautentzündungen bei Katzen sind nicht auf Menschen übertragbar. Eine Ausnahme bilden Chlamydien-Infektionen, die in seltenen Fällen auf immungeschwächte Personen überspringen können – deshalb ist grundlegende Hygiene wichtig. Für andere Katzen sind virale und bakterielle Konjunktivitis hingegen hochansteckend. Erkrankte Katzen sollten daher von gesunden Artgenossen getrennt werden. Wasche Dir nach dem Kontakt mit der erkrankten Katze gründlich die Hände und verwende separate Näpfe und Decken.
Es gibt keine echten Hausmittel, mit denen sich eine Bindehautentzündung heilen lässt – die Behandlung sollte von einem Tierarzt übernommen werden. Du kannst die Augenumgebung jedoch vorsichtig mit lauwarmem Wasser reinigen und verkrusteten Ausfluss entfernen. Verwende dafür fusselfreie, weiche Tücher und für jedes Auge ein frisches. Verzichte auf Kamillentee, schwarzen Tee oder andere pflanzliche Aufgüsse – diese können allergische Reaktionen oder zusätzliche Reizungen auslösen. Eine ruhige Umgebung und die Vermeidung von Zugluft unterstützen den Heilungsprozess zusätzlich.
Eine Bindehautentzündung bei Katzen dauert bei konsequenter Behandlung meist 7 bis 14 Tage. Bakterielle Infektionen sprechen gut auf antibiotische Augentropfen an und zeigen oft schon nach zwei bis drei Tagen erste Besserungen. Eine virale Konjunktivitis benötigt mit etwa 2 bis 3 Wochen längere Zeit, da es keine direkte antivirale Behandlung gibt und das Immunsystem die Viren selbst bekämpfen muss. Bei chronischen Verläufen oder unbehandelten Fällen kann sich die Erkrankung über Wochen bis Monate hinziehen und Folgeschäden verursachen.
Du musst mit Deiner Katze zum Tierarzt, wenn eitriger Ausfluss aus dem Auge tritt, die Bindehaut stark gerötet und geschwollen ist oder Deine Katze das Auge zukniffen hält. Ebenso wenn sich der Zustand nach 24 Stunden nicht verbessert, beide Augen betroffen sind oder zusätzliche Symptome wie Niesen oder Appetitlosigkeit auftreten. Bei Kitten solltest Du besonders vorsichtig sein und frühzeitig zum Tierarzt, da ihr Immunsystem noch nicht voll entwickelt ist.
Nein, Kamillentee solltest Du nicht für die Augen Deiner Katze verwenden. Die ätherischen Öle der Kamille können die empfindliche Bindehaut reizen und allergische Reaktionen auslösen. Außerdem ist selbst zubereiteter Tee nie steril und kann zusätzliche Keime ins Auge bringen. Auch wenn Kamille traditionell als beruhigend gilt, ist sie für die sensiblen Katzenaugen ungeeignet. Verwende zur äußerlichen Reinigung stattdessen ausschließlich lauwarmes, abgekochtes Wasser oder die vom Tierarzt verordneten Augentropfen und Spülungen.
Sehr leichte Reizungen durch Staub oder Wind können in Einzelfällen innerhalb von 24 Stunden von selbst abklingen. Bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Symptomen ist jedoch tierärztliche Abklärung notwendig. Echte Infektionen oder stärkere Entzündungen heilen nicht von selbst – im Gegenteil: Unbehandelte Bindehautentzündungen können sich verschlimmern und auf tiefere Augenstrukturen übergreifen. Bakterielle Infektionen heilen ohne Antibiotika meist nicht aus und können chronisch werden. Eine virale Konjunktivitis schwächt die Katze zusätzlich und kann zu Hornhautschäden führen. Deshalb gilt: Lieber einmal zu viel zum Tierarzt als zu spät.
Die Kosten für die Behandlung einer Bindehautentzündung variieren je nach Region und Tierarztpraxis, liegen aber meist zwischen 50 und 150 Euro. Die allgemeine Untersuchung kostet etwa 30 bis 50 Euro, antibiotische Augentropfen oder Salben 15 bis 40 Euro. Bei komplizierten Fällen können zusätzliche Diagnostikmaßnahmen wie Abstriche (20-50 Euro) oder Blutuntersuchungen (50-100 Euro) erforderlich sein. Chronische oder schwere Verläufe mit mehreren Tierarztbesuchen und Langzeitmedikation können entsprechend teurer werden. Eine frühzeitige Behandlung spart langfristig Kosten und Leid. Hinweis: Diese Angaben sind Richtwerte und können je nach Tierarztpraxis, Region und Behandlungsaufwand variieren. Erkundige dich deshalb im Vorfeld bei deiner Tierarztpraxis über die zu erwartenden Kosten.
Wenn das Auge Deiner Katze eitert oder verklebt ist, reinige zunächst vorsichtig die Umgebung des Auges mit einem fusselfreien Tuch, das Du mit lauwarmem Wasser angefeuchtet hast. Wische dabei von außen nach innen in Richtung Nase und verwende für jedes Auge ein frisches Tuch. Versuche nicht, das Auge selbst mit Wattestäbchen oder Ähnlichem zu berühren. Gehe umgehend zum Tierarzt, denn eitriger Ausfluss deutet auf eine bakterielle Infektion hin, die eine antibiotische Behandlung erfordert. Ohne Medikamente verschlimmert sich die Entzündung und es können dauerhafte Schäden entstehen.
Ja, auch Wohnungskatzen können eine Bindehautentzündung entwickeln. Häufige Auslöser sind Allergien gegen Hausstaub, Pollen von draußen oder Duftstoffe aus Reinigungsmitteln. Trockene Heizungsluft im Winter reizt die Augen zusätzlich. Auch virale Infektionen durch Herpesviren können ausbrechen, wenn die Katze das Virus bereits in sich trägt – Stress oder andere Erkrankungen reaktivieren es dann. Zugluft, Rauch oder anatomische Besonderheiten wie verengte Tränenkanäle betreffen Wohnungskatzen ebenso wie Freigänger. Eine reine Wohnungshaltung schützt also nicht vollständig vor Augenerkrankungen.